
Wenn ein Schüler bei einem Lehrbetrieb nach der Möglichkeit für eine Berufserkundung fragt, versteht der Lehrmeister oft Schnupperlehre. Wenn eine solche aus terminlichen oder anderen gründen nicht möglich ist, erhält der Schüler eine Absage.
Heute muss sich ein Schüler bei mehreren offenen Lehrstellen gleichzeitig bewerben, wenn er seine Chancen offen halten will. Wenn jede dieser Bewerbungen eine Selektionsschnupperlehre nach sich zieht, resultiert eine grosse Zahl von Schulabsenzen.
Da diese Schnupperlehren ja nicht für alle Schüler in der gleichen Woche liegen, haben wir im ersten Halbjahr der 3.Klasse kaum eine Woche die ganze Klasse im Schulzimmer mit den entsprechenden Folgen für die Unterrichtsplanung.
In letzter Zeit haben einzelne Betriebe angefangen ihre Lehrlinge in einer art Cup-System auszuwählen. Das heisst, sie lassen verschiedene Kandidaten gegen einander antreten Das führt zu mehreren Schnupperlehren im gleichen Betrieb.
Nachdem das Fairplay Abkommen (Lehrstellenvergabe erst nach dem 1.November) nicht mehr spielt, gehen immer mehr Betriebe dazu über, ihre Lehrlinge schon ein Jahr oder früher vor Lehrbeginn zu rekrutieren. Als Folge bleibt den Schülerinnen und Schülern kaum mehr genügend Zeit sich über ihre Berufswahl im Klaren zu werden. Die Gefahr der übereilten Berufswahl steigt.
Bereits seit längerer Zeit gibt es die schweizweit angewendeten Internet gestützten Leistungstests Multi- und Basic-check. Diese wurden von der Wirtschaft initiiert und müssen an bestimmten Testorten durchgeführt werden.
Seit letztem Jahr ist der vom Kanton St. Gallen entwickelte Stellwerkcheck in Gebrauch. Er wird in den Oberstufenschulen in der Mitte des 2.Schuljahres durchgeführt und am Ende des dritten Schuljahres wiederholt. Er basiert auf den Lehrplänen und ist für die Schülerinnen und Schüler kostenlos.
Der Stellwerkcheck ist aber in der Wirtschaft noch nicht so gut bekannt. Zudem verwenden einzelne Lehrmeister eigene Eignungstests. Das führt dazu, dass Schülerinnen und Schüler mehrere solche Tests absolvieren müssen.